Turnstile sind mit ihrem neuen Album Time and Space (erschienen am 23.2 über Roadrunner Records) angerückt, um Hardcorefans mächtig in den Arsch zu treten. Einen Monat nach Release haben wir ausführlich für euch reingehört und hey – dieses Album macht Spaß. Warum? Erfahrt ihr hier.

Turnstile kommen mit ihrem Debut-Album beim Major Roadrunner Records mit einem fiesen, kompakten Album daher, 13 Songs bei einer Spielzeit von gerade mal 25 Minuten. Alle Songs sind energiegeladene Bretter, mit knalligen Bässen und Gitarren, sowie Drums, die dich im Pit wahnsinnig werden lassen. Solche, die dich dazu zwingen dir im Pit die Hornhaut vom Fuß zu tanzen oder wenigstens ordentlich mit dem Kopf zu nicken. Die (natürlich positive) Energie ist der treibende Faktor der Platte, Time and Space pumpt dir Blut in die Beine! Und wenn dann kurze Einschübe wie Songs Bomb oder Disco das Hardcore-Geballer für wenige Sekunden mit ihrem Fahrstuhl-Gedudel aufbrechen fühlt es sich an wie eine erfrischende Verschnaufpause.

Turnstile, die mich musikalisch an Bands wie etwa Shelter der frühen 2000er erinnert (vielleicht mit 20% weniger Hare Krishna Mantra) mit einer dicken Portion Punk und Surf Sound, haben dabei im Vergleich zu früheren Werken ihren Sound noch weiter verfeinert und genau das macht Time and Space so sympathisch: In jedem Song gibt es kleine Nuancen und Spielereien zu entdecken. Und das macht Bock: Zum Beispiel das hektische Piano im Refrain von High Pressure oder die 80er Jahre Rock-Soli die mal hier und da eingeworfen werden, wie im Song Can’t Get Away. Am markantesten sind aber die sphärischen, hohen (Background-)Vocals, die sich konsequent durch das ganze Album ziehen und Time and Space fast schon poppig erscheinen lassen. Also wenn du mit deiner Mutti mal Hardcore hören willst, ohne dass du direkt enterbt wirst, wäre diese Scheibe wohl genau die richtige.

Turnstile (Photo by Jimmy Fontair)

Betrachtet man die Songs einzeln fühlt sich alles ein wenig nach Effekthascherei an, im Gesamtkonzept funktioniert dieser poppige Sound aber super. Turnstile hat hier mehr abgeliefert, als den typischen East-Coast-Hardcore Soundtrack zu dem man sich im Pit auf den Sack haut.

Leider schafft es die Platte dennoch nicht die Qualität von Anfang bis Ende aufrechtzuerhalten. Die zweite Hälfte der Platte, ab dem Track High Pressure, stinkt leider etwas gegen den Anfang des Albums (mit Ausnahme des Songs Moon) ab, auch der Titelgebende Song Time and Space ist eher unspektakulär. Ebenso störend sind für mich die Lyrics auf Time and Space, die zwar natürlich poppig vorgetragen, aber auch ziemlich fade und stumpf sind.

Fazit

Turnstile haben mit Time and Space frischen Wind in ihre Musik gebracht und das ist auch gut so. Zwar ist das Album kein Bombenrelease und keiner der Songs konnte mich absolut in Staunen versetzen, das Gesamtwerk ist dennoch eine knappe halbe Stunde voller Energie und Lust zum Abzappeln. Schönes Ding!

Lieblingssong: I Don’t Wanna Be Blind

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