Eine Party in Trockenen

Man wünscht den Organisatoren des Green Juice Festival, nach dem Wetterdesaster am ersten Festivaltag im August, wirklich nur das Beste, was den weiteren Verlauf ihrer Veranstaltungen angeht. Man merkt, wie viel Energie und Leidenschaft in dem Team vorhanden ist und wie sie sich darum bemühen, coole Bands nach Bonn zu holen, wo ja im Vergleich zu den anderen großen Städten in NRW, (noch) nicht so viel los ist. Das zweite Green Juice Special, ca. einen Monat nach dem Open Air in Bonn Villich, brachte mit z.B. Schmutzki und Turbostaat keine Unbekannten ins Brückenforum.

Den Anfang machten jedoch An Early Cascade aus Stuttgart. Die fünf jungen Männer spielten Musik, die ich persönlich irgendwo zwischen Alternative Metal und Metalcore einordnen würde. Leider war das Brückenforum zu früher Stunde noch nicht so voll, dennoch zeigten die Fünf eine Menge Spiellaune – eine Band ist live vor allem gut, wenn sie die volle Power bringt, egal wie viele Leute im Publikum stehen.

Als nächstes waren Matula an der Reihe. Ich selbst kannte sie bis dato noch nicht, viele andere Besucher aber schon, was dafür sorgte, dass es vor der Bühne langsam richtig voll wurde. Der Moderator kündigte die Band mit den Sätzen an, dass Matula zeigen, dass deutsche Musik auch cool sein kann, und wo er Recht hat, hat er Recht – die Texte waren wirklich schön anzuhören. Sehr sympathische Band, werde ich mich intensiver mit befassen.

Bevor es zu den beiden Mainacts geht, würde ich die Gelegenheit gerne nutzen, um die hervorragende Organisation und die Idee des Green Juice Special als Ganzes zu loben. Nirgends gibt es Engpässe, auf ein Bier muss man nicht lange warten und die Idee, im Foyer eine kleine Akustikbühne aufzubauen, ist echt super. Während der Umbaupausen auf der Hauptbühne kann man sich in aller Ruhe sympathische Menschen mit Gitarre anschauen.

Erst vor ein paar Wochen wurde der geheime Co-Headliner verkündet. Es ist Schmutzki und um ehrlich zu sein, waren sie, was Stimmung und Begeisterung im Publikum angeht, das absoute Highlight. Ich hatte kurz vorher noch die Gelegenheit, Sänger Beat und Drummer Flo zu interviewen (hier nachlesen) und genauso cool wie dort sind die drei auch auf der Bühne. Das gefühlte halbe Brückenforum trug die roten Schmutzki T-Shirts und war ab der ersten Sekunde gut damit beschäftigt, den Saal ausenander zu nehmen. Es ist krass, wie viele Hits diese Band auf nur zwei Alben veröffentlicht hat und mit wieviel Energie sie diese auf die Bühne bringen – vor allem Bassist Danny ist ein absolutes Tier, so viel Power hab ich selten gesehen. Auch mega cool ist, dass die Band vor und nach ihrem Auftritt ihr Merch selbst verkauft und mit jedem Fan quatsch und Bier trinkt.

Eine Band bleibt noch übrig, der Headliner natürlich. Dass Turbostaat ihr letztes Konzert der sehr erfolgreichen Abalonia-Episode beim Green Juice Special spielen, ist schon mal was besonderes. Es ist ein bisschen schade, dass mit vorangeschrittener Uhrzeit, das Brückenforum immer ein kleines Stück leerer wird. Das wird wohl mit dem öffentlichen Nahverkehr, der in der gesamten Gegend Bonn/Köln ruhig auch mal etwas länger fahren könnte, zu tun haben. Nichts desto trotz geben Turbostaat noch einmal Vollgas und das Publikum dankt es. Ich muss zugeben, dass ich selbst nie einen richtigen Zugang zu dieser Band finden konnte. Zwar gefiel mir die letzte Platte sehr gut und ich kenne einige Lieder, es wird aber wohl immer ein Rätsel bleiben, worum es in den Texten denn nun wirklich geht. Live sind sie aber echt gut und es macht Spaß, zuzuschauen. Das Konzert beginnt mit den ersten beiden Liedern des letzten Albums „Rupers Gruen“ und „Der Zeuge“. Sehr stimmig ist auch die Lichtshow, zwar ist sie recht minimalistisch, die einzelnen Songs aber in Farben zu tauchen, die die Stimmung am besten repräsentieren, ist wirklich eine gute Idee. Am Ende hat man tatsächlich das Gefühl, dass es der Band etwas schwer fällt, die Bühne jetzt erstmal für unbestimmte Zeit zu verlassen. Absolute Gänsehaut herrscht dann beim letzten Lied „Abalonia“. Wie Sänger Jan dem jungen Mann in der ersten Reihe das Mikrofon gibt, damit dieser singen kann, ist echt geil.

Im Großen und Ganzen war es richtig gelungen, was wohl auf das gesamte Green Juice Special #2 zutrifft. Und an dieser Stelle würde ich auch gerne nochmal um eine Kleinigkeit bitten. Zwar war das Brückenforum bei weitem nicht leer, es hätten aber noch ne ganze Menge Besucher reingepasst. Die Leute vom Green Juice reißen sich echt den Arsch auf, um coole Bands nach Bonn zu holen, was bei weitem nicht selbstverständlich ist. Wenn man will, dass das so bleibt, sollte man sowas unterstützen. 22 Euro für vier geile Bands, die wirklich nicht unbekannt sind, sind ein mehr als fairer Preis. Hoffentlich bleibt das Green Juice, mitsamt den Specials, noch lange bestehen. Es war nämlich wirklich super und ich freue mich auf die nächsten Veranstaltungen.

Demons Run Amok - Fest

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